ETMI-Projekt
Traditional masculinity and male-specific risk factors for suicidal ideation and behaviors in men: Investigating real-time associations between affect, emotion regulation and traditional masculinity with ecological momentary assessment (ETMI)
Das Ziel dieses Projekts ist ein Echtzeit digitales Sicherheitsnetz aus den gewonnen Erkenntnissen und zukünftig darauf aufbauenden Projekten. Männer in zum Beispiel suizidalen Krisen soll mit JITAIs geholfen werden.
Univ.-Prof. Dr. Andreas Walther arbeitet bereits mit einer laufenden Studie daraufhin unter Nutzung innovativer Ansätze wie Ecological Momentary Assessment (EMA) und Digital Mental Health, bei Männern mit erhöhtem Risiko für psychische Störungen, ein Frühwarnsystem für Symptomverschlechterungen aufzubauen, welches at-risk
Männern frühzeitig indizierte Prävention zukommen lassen kann oder im Falle von suizidalen Krisen rechtzeitig Unterstützung bieten kann.
So würde auch in dem skizzierten Projekt einer Men’s Mental Health App zur Prävention und besseren psychotherapeutischen Behandlung von psychischen Störungen auf Basis eines derzeit laufenden Pilotprojekts mit bereits etabliertem Ecological Momentary Assessment System (ETMI) ein kontinuierliches Echtzeit Feedback erfasst und analysiert werden. So könnten neben Parametern der mentalen Gesundheit ebenfalls mittels modernsten portablen Blutanalysegeräten auch regelmäßig biologische Proben analysiert und übermittelt werden (z.B. Testosteron) sowie mittels tragbaren Biosensoren physiologische Marker (z.B. Herzrate) erfasst werden für ein kontinuierliches Monitoring.
Durch dieses umfassende biopsychosoziale Datensystem könnte einerseits die Identifikation von Risikogruppen und risikobehafteten Verläufen basierend auf psychologischen, sozialen und biologischen Markern erreicht werden, während bei Risikoverläufen frühzeitig indizierte Präventionsmassnahmen der Person bereitgestellt werden könnten. Ferner würden diese Informationen in eine technologiegestützte Psychotherapie Eingang finden, um Psychotherapeut:innen darin zu unterstützen datengestützte Psychotherapien durchzuführen und mittels kürzerer Feedback-loops durch die Men’s Mental Health App die Psychotherapien schneller anzupassen und effizienter zu gestalten.
Geplant ist, dass die Men’s Mental Health App im DACH-Raum für alle Jungen und Männer frei zugänglich sein wird. Durch Georestriktion und Wartelisten könnten randomisierte kontrollierte Studien durchgeführt werden, welche die Wirksamkeit für die Prävention und psychotherapeutischer Behandlung von Depressionen, Alkoholkonsumstörungen und Suizid bei Jungen und Männern untersuchen würde. Dieses Bestreben würde ein Quantensprung sowohl in der Präventionsforschung als auch der Psychotherapieforschung von psychischen Störungen und Suizid bei Männern darstellen und potenziell mit einem roll-out in andere Länder das Leben von Millionen von Jungen und Männern verbessern sowie verhindern, dass Tausende von Männern durch Depressionen, Substanzkonsumstörungen und schließlich Suizid ihr Leben verlieren.