Metaanalytische Psychotherapeutische Forschung
Die Beurteilung der Wirksamkeit psychotherapeutischer Behandlungen lässt sich nur selten auf der Grundlage einzelner Studien verlässlich vornehmen. Meta-Analysen aggregieren daher die Befunde einer Vielzahl von Primärstudien und zählen zu den belastbarsten Grundlagen evidenzbasierter klinischer Entscheidungen. Zugleich zeigt sich, dass Meta-Analysen zur selben Fragestellung je nach Studieneinschluss und analytischem Vorgehen zu divergierenden Schlussfolgerungen gelangen können. Dieses Spannungsfeld bildet den Ausgangspunkt unseres Forschungsschwerpunkts.
Im Zentrum steht die Frage nach der Belastbarkeit psychotherapeutischer Evidenz. Neben klassischen Verfahren setzen wir hierfür weiterführende Ansätze wie Netzwerk- und Multiversum-Meta-Analysen ein, die offenlegen, in welchem Ausmaß Ergebnisse von den zugrunde gelegten Annahmen und methodischen Entscheidungen abhängen. Auf diese Weise werden Einflussfaktoren systematisch sichtbar gemacht, die andernfalls verborgen bleiben – darunter Publikationsbias, Freiheitsgrade in der Auswertung sowie Unterschiede in der Studienqualität. Methodisch ist dieser Zugang der Meta-Forschung zuzuordnen, also der wissenschaftlichen Untersuchung der Forschung selbst, mit dem Ziel, die Verlässlichkeit und Vertrauenswürdigkeit ihrer Ergebnisse zu erhöhen.
Inhaltlich konzentriert sich unsere Arbeit auf die Wirksamkeit psychotherapeutischer Verfahren, insbesondere im Bereich der Behandlung depressiver Störungen. Dabei steht nicht allein die durchschnittliche Wirksamkeit einer Behandlung im Vordergrund, sondern die differenzierte Frage, welche Interventionen für welche Personen unter welchen Bedingungen wirksam sind. Um die Nachvollziehbarkeit und Überprüfbarkeit unserer Schlussfolgerungen sicherzustellen, orientieren wir uns konsequent an den Prinzipien von Open Science.