Global Rape Academy Paper
Unser Review-Artikel untersucht das Phänomen einer global vernetzten „Online Rape Academy“ aus der Perspektive der Männer- und Männlichkeitspsychologie. Im Zentrum steht die Frage, wie digitale Plattformen, Anonymität und Online-Gemeinschaften zur Normalisierung, Verstärkung und Organisation sexualisierter Gewalt beitragen können. In dem Review integriert das Confluence Model sexueller Aggression von Malamuth et al., (2021), das die Wechselwirkung von hostile masculinity und unpersönlicher Sexualität als zentrale Risikofaktoren beschreibt, mit dem Gender Role Strain Paradigm von Levant & Richmond (2016), das Spannungen zwischen internalisierten Männlichkeitsnormen und individuellen Erfahrungen (z. B. Diskrepanzstress) in den Blick nimmt, sowie der Precarious Manhood Theory von Vandella und Bosson (2013), die Männlichkeit als sozial fragilen Status versteht, der kontinuierlich bestätigt werden muss.
Auf dieser Grundlage werden spezifische Mechanismen wie männlicher Statusdruck, emotionale Restriktion, sexuelles Anspruchsdenken und die verstärkende Wirkung männlicher Peer-Gruppen in digitalen Kontexten systematisch eingeordnet. Dabei wird betont, dass Männlichkeit nicht grundsätzlich gewaltförmig ist, problematische Formen von Dominanz, Kontrolle und Entitlement jedoch gesellschaftlich und digital verstärkt werden können. Ziel des Reviews ist es, wissenschaftlich fundierte Ansatzpunkte für Prävention, Opferschutz, Plattformregulierung und Strafverfolgung im Umgang mit digital vernetzter sexualisierter Gewalt aufzuzeigen.
Kontakt
BSc BA MA. MSc. Katharina Haslacher
+43 316 380 - 5043
Zentrum für Psychotherapie an der Universität Graz
Tuesday, 13:30-14:30 (registration a priori via E-Mail)